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Meningokokken

Die Meningokokken-Erkrankung verursacht Gehirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung, und kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

 

Bei etwa 20 Prozent der Menschen, die an der als Meningokokken-Meningitis bezeichneten Form der Gehirnhautentzündung erkrankten, bleiben Folgeschäden des Gehirns und/oder Hörschäden zurück.

Bei den an Blutvergiftung („Sepsis“) Erkrankten kann es zu mehrfachem Organversagen und zu Amputationen von Organen kommen.

 

Das Risiko, an dieser Erkrankung zu sterben oder zumindest schwere Folgezustände davonzutragen, ist bei Kindern und Jugendlichen am höchsten. Nur ein rechtzeitiges Erkennen der Symptome sowie eine sofort einsetzende Intensivbehandlung können – wenn überhaupt – noch das Leben retten.

 

Die Krankheits-Erreger

 

Krankheiten, die durch Bakterien vom Typ der Meningokokken verursacht werden, treten blitzartig auf und sind lebensbedrohlich.

 

In Österreich und anderen europäischen Ländern sind Meningokokken der Gruppen B und C für mehr als 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich. In weiter entfernt gelegenen Regionen zum Beispiel Afrikas spielen auch A-, W135-, und Y-Meningokokken eine wichtige Rolle.

 

Die praktische Bedeutung dieser Unterschiede: Während gegen B-Meningokokken noch kein Impfstoff in Sicht ist, stehen gegen C-Meningokokken die neuartigen Konjugat-Impfstoffe zur Verfügung. Sie schützen erstmals bereits Kindern ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, und bieten geimpften Personen jeden Alters einen lange anhaltenden Impfschutz.

 

Die Übertragung der Meningokokken-Bakterien

 

Meningokokken-Bakterien leben ausschließlich im menschlichen Organismus, außerhalb unseres Körpers sterben sie bald.

 

In Europa tragen bis zu 15 Prozent aller Menschen diese Keime im Nasen-Rachenraum: Sie haben zwar keine Meningokokken-Krankheit, können jedoch die Erreger – so wie bei Schnupfenviren – auf andere Menschen übertragen: durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen, durch enge Kontakte wie Küssen, eventuell auch beim Trinken aus demselben Glas.

 

Und bei manchen Menschen bricht die Krankheit dann eben doch aus - in Österreich rund hundert Mal im Jahr. Kontaktpersonen eines mit Meningokokken infizierten Menschen haben übrigens ein bis zu 1000fach höheres Erkrankungsrisiko als andere.

 

Die Möglichkeiten zur Vorbeugung

 

Während es gegen B-Meningokokken noch keinen Impfstoff gibt, kann man sich und andere gegen die aggressiven C-Meningokokken durch Impfen schützen.

 

Neuartige Konjugatimpfstoffe schützen – im Gegensatz zu älteren Produkten aus der Gruppe der Kombinations-Impfstoffe – Menschen aller Altersgruppen vor C-Meningokokken: vom Baby bis hin zum alten Menschen.

 

Besonders wichtig: Wer geimpft ist, erkrankt nicht nur selbst nicht, er kann auch andere nicht anstecken. Erkrankt ein Mensch an dieser meldepflichtigen Krankheit, wird Kontaktpersonen in aller Regel eine Behandlung mit speziellen Antibiotika verordnet.

 

Diagnose

 

Gerade weil es gegen die häufig vorkommenden B-Meningokokken noch keine Impfung gibt, ist die Früherkennung einer Meningokokken-Erkrankung ganz besonders wichtig, und kann lebensrettend sein.

Die Diagnose dieser Krankheit ist allerdings nicht immer einfach, denn sie beginnt zunächst meist wie eine Erkältungskrankheit oder Grippe.

 

Worauf Sie achten sollten

 

Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Gelenks- und Muskelschmerzen, Krämpfen, Erbrechen, Lichtscheu, Benommenheit, rasch ansteigendes Fieber, Schüttelfrost – wobei die Symptome einzeln oder gemeinsam auftreten können – und ein insgesamt schweres Krankheitsgefühl.

In der Folge kann es bald zu Bewusstlosigkeit und toxischem Schocksyndrom kommen.

Bei Kleinstkindern müssen nicht alle klassischen Symptome auftreten, wodurch die Diagnose zusätzlich erschwert wird.

 

Regelmäßig auf Hautflecken untersuchen

 

Allerdings bekommen rund 80 Prozent aller Kinder mit Meningokokken-Erkrankung rote, punktförmige Hautflecken, die – anders als bei Masern, Mumps oder Röteln – unter Druck nicht verblassen. Es ist deshalb besonders wichtig, bei Verdacht den Körper des Kindes regelmäßig und sorgfältig auf Hautflecken zu untersuchen – auch in der Nacht, wenn das Kind schläft.

 

Der „Glastest“ kann hier aufschlussreich sein: Wird ein durchsichtiges Trinkglas auf die Hautflecken gedrückt, so verblassen diese nicht.

 

Im Falle einer Meningokokken-Krankheit zählt jede Minute!

 

Beim Auftreten verdächtiger Symptome muss sofort ein Hausarzt, Kinderarzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden: Denn die Prognose hängt von der rechtzeitigen Diagnose und sofortigen Intensiv-Therapie ab.

 

Quelle: "initiative meningokokken"

 

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