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Parodontitis  

Krankheitsrisiko für den ganzen Körper

Gesunde Zähne, gesundes Zahnfleisch und eine insgesamt gesunde Mundhöhle sind wichtige Voraussetzungen zum Schutz vor Allgemeinerkrankungen. Bei unzureichender Hygiene kann der Mund zur Eintrittspforte für schädliche Bakterien in den Körper werden. Vor allem Keime, die zu einer Entzündung des Zahnhalteapparates, einer Parodontitis, führen, können das Risiko für Erkrankungen erhöhen.

Keime im Mund machen krank
Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass eine Parodontitis ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, Diabetes und das metabolische Syndrom sein kann. Außerdem kann eine unbehandelte Parodontitis zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Darüber hinaus werden auf Basis aktueller wissenschaftlicher Daten Wechselwirkungen einer Parodontitis mit weiteren systemischen Erkrankungen wie Osteoporose, Alzheimer, rheumatoide Arthritis und Krebserkrankungen der Mundhöhle diskutiert.
„Wird eine Parodontitis nicht behandelt, können Bakterien und Entzündungsbotenstoffe vom Mundraum über die Blutbahn in andere Körperregionen vordringen und dort Erkrankungen auslösen oder vorhandene Erkrankungen begünstigen“, erklärt Professor Jörg Meyle, Direktor der Poliklinik für Parodontologie der Universität Gießen und Vorstandsmitglied der European Federation of Periodontology, die Wechselwirkungen zwischen Mund- und Allgemeingesundheit.

Schleichender Prozess
Ein Blick in die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie aus dem Jahr 2006 zeigt die Brisanz des Themas:  Etwa 23 Millionen Deutsche zwischen 35 und 74 Jahren leiden an einer behandlungsbedürftigen Parodontalerkrankung. Neben den Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit ist Parodontitis nach dem 45. Lebensjahr die häufigste Ursache für Zahnverlust. Anfänglich meist schmerzlos, kann es infolge der Entzündung fast unbemerkt zu Zahnfleischtaschen durch den Abbau des Kieferknochens kommen. In vielen Fällen äußert sich die Entzündung in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Rötung und Schwellung des Zahnfleischs, die Blutungsneigung des Zahnfleischs etwa beim Zähneputzen ist erhöht. Weitere Symptome sind Zahnfleischrückgang und in der Folge empfindliche Zahnhälse. Später kommen unangenehmer Mundgeruch und Zahnlockerung hinzu. Auslöser einer Parodontitis sind Keime im Zahnbelag, auch Plaque genannt, die sich vor allem ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes befinden. Zudem bestimmen körpereigene Abwehrmechanismen den Krankheitsverlauf. Raucher haben ein besonders hohes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln. Eine effektive Mundhygiene zu Hause und eine gesunde Lebensführung können das Parodontitisrisiko senken.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit


 

 

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